BETON Berlin 30 Susanne Soldan
Date: April 18, 2026
Location: stillgelegter Landschaftsbrunnen in der Kastanienallee, 12627 Berlin-Hellersdorf,
Fugengrün oder Spontanvegetation bildet in Berlin eine zusammenhängende, jedoch weitgehend übersehene Landschaft. In Fugen, Rissen und Kanten der bebauten Stadt entsteht ein Netz von Zwischenräumen, das sich – in der Summe – über hunderttausende bis in den Millionenbereich reichende Quadratmeter erstreckt – verstreut, fragmentiert und zugleich als urbane Fläche von beachtlicher Größe.
Diese Räume sind nicht vorgesehen, entstehen jedoch dort, wo Planung endet, wo Kontrolle nachlässt oder Material ermüdet. Zwischen Asphaltplatten, entlang von Mauern und in kleinen Öffnungen der versiegelten Stadt bildet sich dieses eigenständige Ökosystem – nicht als Ergänzung, sondern als Nebenrealität zur organisierten Stadt.
Das Fugengrün markiert diese Orte als widerständige Zonen. Es okkupiert die Zwischenräume, leise, aber konsequent, und entzieht sie einer vollständigen Verfügbarkeit. Gegen die Logik von Ordnung, Versiegelung und Nutzung setzt es eine andere Form der Aneignung – ungesteuert, nicht reguliert und kaum kontrollierbar.
Die Künstlerin Susanne Soldan greift diese Gegenbewegung im Rahmen von BETON Berlin 30 auf und überführt sie in eine räumliche Praxis. Ihre ortsspezifischen, häufig partizipativen Arbeiten setzen bei genau solchen unscheinbaren Strukturen an. Sie untersucht, wie sich Räume durch Nutzung und Bewegung verändern, und verschiebt damit den Blick auf das, was im Stadtraum meist übersehen wird – als Teil sozialer, materieller und politischer Zusammenhänge.

Fugengrün, a German term for spontaneous vegetation, forms a continuous yet largely overlooked landscape in Berlin. In the joints, cracks, and edges of the built city, a network of interstitial spaces emerges, which—taken together—extends across hundreds of thousands to several million square metres, dispersed, fragmented, and at the same time operating as an urban area of considerable scale.
These spaces are not planned, yet they are ubiquitous. They emerge where planning ends, where control recedes, or where materials begin to fail. Between paving stones, along walls, and within the smallest openings of the sealed city, a distinct ecosystem takes shape—not as an addition, but as a parallel condition to the organised city.
Fugengrün marks these sites as zones of resistance. It occupies the interstices quietly but persistently, withdrawing them from full control and use. Against the logic of order, sealing, and regulation, it asserts a different mode of appropriation—unguided, unregulated, and difficult to contain.
The artist Susanne Soldan takes up this counter-movement within the framework of BETON Berlin 30 and translates it into a spatial practice. Her site-specific, often participatory works engage precisely with such inconspicuous structures. She investigates how spaces shift through use and movement, redirecting attention to what usually remains unseen in the urban environment—as part of broader social, material, and political relations.



















